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Medienkonzentration

Medienrelevante verwandte Märkte

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Markt für Übertragungswege in Deutschland

Bedeutung
Struktur des Breitbandkabelmarktes
Kabelnetzbetreiber als Anbieter von Programminhalten und Netzinfrastrukturen
Zugang zu Fernsehprogrammen über Kabel, Satellit und Terrestrik
Parallelempfang
Digitale Fernsehnutzung in Deutschland

Bedeutung

Bei Fragen des Zugangs zu den Übertragungswegen für Fernsehprogramme steht die Übertragung über Kabelnetze im Mittelpunkt. Hierbei beschränkt sich die Vielfaltsicherung nicht allein auf die konkreten Entscheidungen über die Programmbelegung von Kabelanlagen (§ 52 RStV). Im Zuge der Digitalisierung liegt es nahe, dass sich Kabelnetzbetreiber an Programmveranstaltern beteiligen und außenstehende Veranstalter mit diesen vertikal integrierten Unternehmen um den Zugang konkurrieren. Das Bundeskartellamt hat in der Entscheidung zu Liberty Media im Februar 2002 auf die bedenkliche Doppelrolle von Liberty sowohl als Anbieter von Programminhalten als auch als Kabelnetzbetreiber hingewiesen (Bundeskartellamt, 7. Beschlussabteilung, B7 – 168/01, Beschluss vom 22.02.2002, Fusionsvorhaben Liberty/KDG, Liberty TeleColumbus). Die Entwicklung im Bereich der Breitbandkabelnetze veranlasste die KEK, mehrere Gutachten in Auftrag zu geben. Die Gutachten beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit ausländischen Rechtsordnungen und der Frage, wie die Probleme im Breitbandkabelbereich gelöst werden (siehe Fernsehen im Breitbandkabel. Ein Rechtsvergleich. Die Regulierung in Belgien, Großbritannien, den Niederlanden und den USA. Vier Rechtsgutachten im Auftrag der KEK, Schriftenreihe der Landesmedienanstalten, Bd. 27, Berlin 2003).

Wichtig erscheint, innerhalb der konzentrationsrechtlichen Prüfung des § 26 RStV durch die KEK pluralismusgefährdende Strukturen sowohl bei der vertikalen als auch der diagonalen Konzentration im Bereich des Breitbandkabels zu erfassen. § 26 RStV greift allerdings nur, wenn die gesetzlich vorgesehenen Aufgreifschwellen erreicht werden, dem Netzbetreiber beispielsweise also klassische Senderfamilien zugerechnet werden. Das Problem der vertikalen Integration stellt sich aber bereits vorher, besonders für den Zugang von digitalen Veranstaltern außerhalb der Senderfamilien.

Struktur des Breitbandkabelmarktes

Netzebenen
Marktstruktur auf den Netzebenen 3 und 4

Netzebenen

Netzebene 1 Fernseh- und Hörfunkstudios: Signaltransport vom Studioausgang bis zu einer Schaltstelle des Unternehmens Deutsche Telekom AG (DTAG)
Netzebene 2 Sendeanlagen, Satelliten, Glasfaser, Richtfunk: Signaltransport von der Schaltstelle der DTAG bis hin zu verschiedenen regionalen Empfangsstellen (häufig per Satellit), die mit einem Breitbandkabelverteilnetz verbunden sind
Netzebene 3 Breitbandverteilnetz mit Übergabepunkten:
baum- oder sternförmig verlegtes örtliches Verteil- oder Zugangsnetz
Netzebene 4 Hausverteilanlagen bei Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen: Signaltransport vom Übergabepunkt bis zur Anschlussdose der zu versorgenden Wohneinheiten
Netzebene 5 ab Antennensteckdose bis zum Endgerät

Die Marktanteile der Kabelgesellschaften betreffen die Netzebenen 3 und 4. Die hierzu erhältlichen Daten sind nicht sehr transparent. Die folgende Tabelle zeigt die Marktanteile anhand der Anzahl der Wohneinheiten. Dies gibt nur ein ungefähres Bild von der Marktstruktur. Die Grundgesamtheit der Tabelle umfasst 37 Mio. Wohneinheiten (WE; Datenquelle: Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK)). Darunter fallen 9 Mio. Wohneinheiten, die dem individuellen Satelliten-Direktempfang zugeordnet werden. Deshalb werden sie in der folgenden Tabelle nicht aufgeführt. Aufgeführt werden nur die Satellitenhaushalte, die an einer Satellitengemeinschaftsanlage (SMATV) angeschlossen sind (ca. 5 Mio. WE). Wohneinheit ist die statistische Bezeichnung für Haushalte und damit Basis-Einheit bei der Ermittlung von Teilnehmerzahlen bzw. Anschlusszahlen im Breitband-Kabelnetz. Bei Wohneinheiten handelt es sich also um die Zahl der anschließbaren Haushalte. Die Zahl der tatsächlich genutzten Kabelanschlüsse ist geringer als die durch die Wohneinheiten beschriebene Zahl.

Marktstruktur auf den Netzebenen 3 und 4

Kabelnetzunternehmen Netzebene 3 Netzebene 4
anschließbare Haushalte anschließbare Haushalte
    auf der NE4 ohne SMATV-HH die Programme über die NE3 empfangen können, ohne SMATV-HH unter Einbeziehung der SMATV-HH   auf der NE4 ohne SMATV-HH unter Ein-
beziehung der SMATV-HH
  ca. in Mio. Haushalten ca. in % ca. in % ca. in % ca. in Mio. Haushalten ca. in % ca. in %
Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH & Co. KG 9,6 56 42 34 4,0 24 14
ish GmbH & Co. KG; iesy Hessen GmbH & Co. KG (Unity Media GmbH) 5,5 32 24 20 1,65 9 6
Kabel Baden-Württemberg Holdings GmbH (Kabel BW) 2,2 13 10 8 0,35 2 1
          (insges.
ca. 6)
   
kleine und mittlere unabhängige Kabelnetzbetreiber ohne eigener NE3-Zuführung         7,5 44 27
TeleColumbus-Unternehmensgruppe         1,8 11 6
PrimaCom AG         0,6 4 2
Elektro- und Nachrichtentechnik GmbH (ewt), einschl. Bosch Kabelnetze         1,1 3 4
∑ anschließbare Haushalte auf der NE4 ohne SMATV-Haushalte ∑ ca. 17 ∑ 100     ∑ ca. 17 ∑ 100  
kleine und mittlere unabhängige Kabelnetzbetreiber mit eigener NE3-Zuführung, die mehr als 300 Wohneinheiten versorgen 6,0   26 21 9,0   32
∑ anschließbare Haushalte, die Programme über die NE3 empfangen können; ohne SMATV-Haushalte ∑ ∑ 23   ∑ 100        
SMATV, mehr als 75 WE; diese Haushalte werden in der Regel den Satellitenhaushalten zugeordnet 5,0     18      
darunter:              
TeleColumbus-Unternehmensgruppe         0,5   2
PrimaCom AG         0,6   2
Elektro- und Nachrichtentechnik GmbH (ewt), einschl. Bosch Kabelnetze         0,9   3
anschließbare Haushalte unter Einbeziehung der SMATV-Haushalte ∑ ∑ ∑ 28     ∑ 100 ∑ ∑ 28   ∑ 100

Quelle: Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK),
Stand: Dezember 2006

Kabelnetzbetreiber als Anbieter von Programminhalten und Netzinfrastrukturen

Beteiligungsverhältnisse bei den großen Betreibern von Fernsehkabelnetzen
Gesellschafterstruktur und zuzurechnende Programme der Kabel-Deutschland-Gruppe im bundesweiten Fernsehen
Stand der Entwicklung der Kabelnetzbetreiber zu digitalen Vermarktungs- und Programmplattformen

Beteiligungsverhältnisse bei den großen Betreibern von Fernsehkabelnetzen

Kabelnetzbetreiber Beteiligungsverhältnisse in %
Kabel Deutschland Vertrieb und Service
GmbH & Co. KG (KDG), Unterföhring
95,0

5,0
Providence Equity Partner, Inc., Providence/Rhode Island, New York, London
KDG-Management
PrimaCom AG, Mainz 25,0




13,61
60,54
United Pan Europe Communications N.V. (UPC), Amsterdam
↑  100 UnitedGlobalCom, Inc., Denver, USA
  • ↑ 100 Liberty Global, Inc., Englewood, Colorado/USA,
Wolfgang Preuß, Traben-Trarbach
Streubesitz
iesy Hessen GmbH & Co. KG,
Frankfurt am Main,
ish GmbH & Co. KG, Köln
100 Unity Media GmbH, Hamburg
↑  100 Unity Media S.C.A., Luxemburg
  • ↑ 38,66 Finakabel-Fondsgesellschaften
    (BC Partners)
    ↑ 31,46 Apollo-Fondsgesellschaften
    ↑ 30,43 Streubesitz
Tele Columbus AG & Co. KG,
Hannover
100
Orion Cable GmbH
↑  ewt multimedia GmbH, Augsburg
Elektro- und Nachrichtentechnik GmbH (ewt), Augsburg 100 ewt holding GmbH
ca. 40 Familie Stritzl
ca. 60 Aletheia Part HARD Group, ABN Amro Capital und Quilvest
Kabel Baden-Würt­temberg Hol­dings GmbH (KBW), Heidelberg The Blackstone Group, CDP Capital-Communications, Banc of America Equity Partners

Quelle: BKartA, Presseberichte
Stand: Januar 2006

Gesellschafterstruktur und zuzurechnende Programme der Kabel-Deutschland-Gruppe im bundesweiten Fernsehen

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Stand der Entwicklung der Kabelnetzbetreiber zu digitalen Vermarktungs- und Programmplattformen

Kabelnetzbetreiber Bündelung und Ver-
marktung eigener Programmpaketen
Vermarktung fremder Pro-
grammpakete
Beteiligungen an Fernsehprogrammen und fernsehähnlichen Diensten
Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH & Co. KG, Unterföhring Kabel Digital Home, Kabel Digital International, Kabel Digital Free-TV ARD Digital, ZDFvision Kabel Deutschland Infokanal (Programminformationsdienst);

Aufgrund von Vereinbarungen im Plattform- und Vermarktungsvertrag werden Kabel Deutschland die Programme The History Channel, Kinowelt TV, Games TV, tv.gusto, Wein TV, Spiegel TV digital, Gute Laune TV, Bibel TV, Sat.1 Comedy und kabel eins classics zugerechnet.

Providence Equity (Providence Fonds) ist mittelbar in Höhe von 11,15 % an der P7S1 Holding L.P. beteiligt, die unmittelbar über 75,1 % der Stimmrechte an der ProSiebenSat.1 Media AG verfügt.

Eigene Set-Top-Boxen auf Basis erheblicher Boxen-Spezifikationen.

Bundesweite digitale technische Kabelplattform für Premiere (MSG Media Service GmbH).

Digitale Plattformleistungen der MSG für ish/iesy und Kabel BW (Signalaufbereitung, Verschlüsselung für Premiere, Fremdsprachenprogramme, z. T. auch für die deutschsprachigen Pakete von ish).
PrimaCom AG, Mainz primatv Basis,
primatv movies & more,
primatv Maxi,
primatv Unterhaltung,
primatv Trend,
primatv Kultur,
primatv Erotik,
primatv International;

über die Decimus GmbH:

KabelVison Basis,
KabelVision Radio,
KabelVision Unterhaltung,
KabelVision movies & more  
MTV-Paket,
hotX











hotX
Primatv Vorschau (Programminformationsdienst);

Zurechnung der Pay-TV-Programme Wein TV und Silverline Movie Channel aufgrund der Möglichkeit der Einflussnahme auf wesentliche Programmentscheidungen durch die Plattformbetreiberin Decimus GmbH (100 %ige Tochterfirma der PrimaCom AG).

Zurechnung der Programme Extreme Sports Channel und Club über Liberty Global, Inc.
Ish GmbH & Co. KG, Köln tividi Family,
tividi Sports,
tividi Global,
tividi Privat,
tividi Komplett,
tividi Kino (arrivo, xotix),
tividi International,
tividi Free,
arena;
ish Infokanal;

Die Rechteagentur Arena Sport Rechte und Marketing GmbH, Köln, eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Unity Media GmbH, Köln, hat die Pay-TV-Rechte an der Fußballbundesliga für die Saisons 2006/07 bis 2008/09 erworben.
iesy Hessen GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main iesy tv iesy infokanal
Tele Columbus AG & Co. KG, Hannover Columbus TV ARD Digital, ZDF.Vision, Premiere, kabelVision, Kabel Digital, tividi, visAvision, Telecolumbus Infocanal
Kabel Baden-Würt-
temberg GmbH & Co. KG, Heidelberg
Kabel Digital Free,
Kabel Digital Home,
Kabel Digital International,
arena
Kabel BW Infokanal

Quelle: Unternehmen, KEK (Stand: September 2006)

Zugang zu Fernsehprogrammen über Kabel, Satellit und Terrestrik

gesamt
in Mio. TVHH

in %   
analog
in %
digital
%
Digitalisierungs-
grad in %
Kabel 17,56 51,8 44,6 7,2 15,2
Satellit 14,246 42,0 23,5 19,5 47,2
Terrestrik 3,12 9,2 3,9 5,3 57,1

Quelle: ALM/GSDZ, Digitalisierungsbericht 2006, S. 56 f.

Parallelempfang

Ein beträchtlicher Anteil der Satellitenhaushalte nutzt alternativ oder für die weiteren Fernsehgeräte die Antenne als Empfangsanlage (siehe Reichweiten der Regionalfenster von SAT.1 und RTL Television). Zum Beispiel nimmt die AGF/GfK-Fernsehforschung eine definitorische Abgrenzung vor, nach der das „Erstgerät“ darüber entscheidet, ob ein Fernsehhaushalt als terrTVHH, KabelTVHH oder SatTVHH eingeordnet wird. Ein Zweitgerät oder ein weiteres Gerät, dass Programme mittels einer anderen Empfangstechnik empfängt, wird zwar bei der Messung der Programmnutzung (z.B. Sehbeteiligung, Einschaltquote, Marktanteile), aber nicht bei der Bestimmung des Empfangspotentials berücksichtigt. Empfangstechnisch gemischte TVHH (Beispiel: Erstgerät im Wohnzimmer mit SatTV-Empfang, Zweitgerät im Kinderzimmer mit terrTV-Empfang) werden somit bei der Darstellung der Empfangspotentiale nicht gesondert aufgelistet (der eben als Beispiel genannte Haushalt wird somit beim Empfangspotential als SatTVHH berücksichtigt. Gleichwohl wird auch die Fernsehnutzung am terrestrisch versorgten Fernsehgerät im Kinderzimmer erfasst). Würde der parallele terrestrische Empfang bei der Darstellung der Empfangspotentiale mitberücksichtigt, würde sich zeigen, dass es eine beträchtliche Anzahl von Fernsehhaushalten gibt, die neben dem Satellitenempfang zusätzlich terrestrische Empfangsanlagen nutzen. Bei Kabelhaushalten spielt der Parallelempfang aber keine bedeutende Rolle. Hierauf wies eine im Auftrag der Medienanstalt Berlin-Brandenburg erstellte Reichweitenuntersuchung hin.

Digitale Fernsehnutzung in Deutschland

Entwicklung des Digitalisierungsgrades, Fernsehhaushalte mit angeschlossenem Digital-Receiver
Anteil der digitalen Fernsehnutzung an der gesamten Fernsehnutzung in Deutschland

Der Anteil von Fernsehhaushalten mit digitalen Empfangsgeräten hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. So wird zum Beispiel Pay-TV heute nur noch digital verbreitet. Nach der AGF/GfK-Fernsehforschung verfügt mittlerweile jeder vierte Fernsehhaushalt über digitale Fernsehempfangsgeräte (Stand: Dezember 2006).

Entwicklung des Digitalisierungsgrades, Fernsehhaushalte mit angeschlossenem Digital-Receiver

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Quelle: AGF/GfK-Fernsehforschung

Die Zunahme bei der Grundausstattung für den digitalen Fernsehempfang geht auch mit einem Ansteigen der Nutzung digitaler Fernsehprogramme einher. Ende 2006 entfielen fast 18 % der von der AGF/GfK gemessenen Fernsehnutzung auf digitale Fernsehprogramme.

Anteil der digitalen Fernsehnutzung an der gesamten Fernsehnutzung in Deutschland

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Quelle: AGF/GfK-Fernsehforschung, Marktanteile/Sehdaueranteile digitaler Fernsehnutzung, Zuschauer ab 3 Jahren, Deutschland gesamt, Mo. - So., 3:00 - 3:00 Uhr. Das AGF/GfK-Fernsehpanel ist repräsentativ für 34,99 Mio. Fernsehhaushalte in Deutschland (Fernsehpanel D + EU). Am 31.12.2006 sind danach 8,91 Mio. Fernsehhaushalte an einen Digital-Receiver angeschlossen.

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