Pressemitteilung 1/2006 (Kurzfassung)
106. Sitzung der KEK am 10.01.2006
Übernahme der ProSiebenSAT.1 Media AG durch die Axel
Springer AG nicht genehmigungsfähig
Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im
Medienbereich (KEK) hat entschieden: Die geplante
Übernahme der ProSiebenSAT.1 Media AG durch die Axel
Springer AG begründet vorherrschende Meinungsmacht. Sie
wird nach den Vorschriften des Rundfunkstaatsvertrags
über die Sicherung der Meinungsvielfalt nicht als
unbedenklich bestätigt.
Die starke Position der ProSiebenSAT.1-Gruppe im
bundesweiten privaten Fernsehen führt vor allem in
Kombination mit der überragenden Stellung der Axel
Springer AG im Bereich der Tagespresse zu vorherrschender
Meinungsmacht. Die Axel Springer AG erhielte dadurch einen
Meinungseinfluss, der einem Zuschaueranteil von über 42
% im bundesweiten Fernsehen entspräche. Alternativen
der Verzicht auf den Erwerb des Senders SAT.1 oder
ProSieben oder die verbindliche binnenplurale Ausgestaltung
eines dieser Sender, die die bestehenden Bedenken der KEK
hätten ausräumen können , haben die
Antragsteller abgelehnt. Die KEK konnte somit die
medienkonzentrationsrechtliche Unbedenklichkeit des
Vorhabens nicht bestätigen.
Potsdam, 10.01.2006