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Der potentielle Meinungseinfluss von Programmzeitschriften bezieht sich unmittelbar auf das Fernsehen bzw. die Programmauswahl. Über redaktionelle Angebote, z. B. in Form von Spielfilmbewertungen, oder die Präsentation von Programmen kann Einfluss auf die Programmauswahl durch die Zuschauer genommen werden. Ein im Markt für Programmzeitschriften tätiges Verlagsunternehmen, das mit einem Fernsehveranstalter verflochten ist, hat also generell die Möglichkeit, eigene Fernsehprogramme bevorzugt darzustellen und deren Erfolgschancen am Markt zu erhöhen. Dies kann nicht nur – bezogen auf einzelne Sendungen – zu höheren Zuschaueranteilen, sondern mittel- und längerfristig auch zu einer Verstärkung der Publikumsbindung an bestimmte Programme führen. Eine Bevorzugung von Programmen verflochtener Unternehmen bei der Darstellung in Programmzeitschriften durch Presseunternehmen wurde bislang allerdings nicht nachgewiesen. Davon auszunehmen ist die von Premiere gegründete Programmzeitschrift tv komplett/tv kofler, die sich vor allem an die Abonnenten des Pay-TV-Senders richtete, sich im Markt aber allein nicht durchsetzen konnte. Die Zielgruppe wird mittlerweile von Springers Programmzeitschrift tv digital bedient, der der Heinrich Bauer Verlag tv world entgegengesetzt hat.
Dem Markt für Programmzeitschriften nicht zuzurechnen sind die wöchentlichen kostenlosen TV-Beilagen in Zeitschriften oder Zeitungen (so genannte Supplements). Diese Supplements zeichnen sich durch ein kleineres Format, einen geringeren Umfang der Berichterstattung und insbesondere einen dünnen redaktionellen Mantel aus. Informationen zum Fernsehprogrammangebot liefern darüber hinaus u. a. Kundenzeitschriften, Internetangebote von Fernsehsendern, Zeitungen, Zeitschriften und anderen Anbietern, Videotextseiten sowie im Bereich des digitalen Fernsehens elektronische Programmführer.
Stand: August 2008