Internetnutzung

Rund drei Viertel der Bevölkerung ab 14 Jahren nutzen täglich das Internet. Zu den Hauptanwendungen gehören die Nutzung von Kommunikationsdiensten, die Informationssuche sowie die Mediennutzung. Für die KEK ist die Onlinevideonutzung in Relation zur klassischen Fernsehnutzung von besonderem Interesse.

Sowohl die Zahl der Internetnutzer als auch die tägliche Internetnutzungszeit steigen kontinuierlich an. Insbesondere die Nutzung über mobile Geräte (Smartphones, Tablets) führt insgesamt zu einer längeren Aufenthaltsdauer im Netz. Nach Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 nutzen 72 % der ab 14-Jährigen (ca. 50 Mio. Personen) das Internet täglich (2016: 65 %, 45 Mio.). Die zunehmende Zahl der Internetnutzer resultiert vor allem aus Zuwächsen bei den Altersgruppen ab 40 Jahren. Die Anteile der Onliner bei den unter 40-Jährigen liegen bereits seit einigen Jahren sehr nahe an 100 %. Die tägliche Nutzungsdauer des Internets beträgt durchschnittlich 149 Minuten, also knapp 2,5 Stunden (2016: 128 Min.).

In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen liegt die Internetnutzungszeit mit mehr als 4,5 Stunden/Tag am höchsten.

Von den 2,5 Stunden täglicher Internetnutzung (Bev. 14+) entfällt rund 1 Stunde auf die Individualkommunikation (Chatten, E-Mail, Messenger), 45 Minuten entfallen auf die mediale Internetnutzung (Video, Audio, Text online) und 71 Minuten auf sonstige Internetnutzung (Surfen, Shoppen, Spielen). Die junge Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen verwendet einen Großteil ihrer täglichen Internetnutzungszeit auf mediale Inhalte (fast 2 Stunden).

Säulendiagramm über täglicheINternetnutzung in Minuten

Videonutzung im Internet

Bis 2015/2016 waren im Vergleich zu den Vorjahren dynamische Wachstumsraten bei der Online-Bewegtbildnutzung zu verzeichnen. Diese Wachstumsdynamik ist 2017 zum Stillstand gekommen. Aktuell schauen 72 % der Bevölkerung ab 14 Jahren zumindest selten und 24 % täglich Videos im Internet an. Damit nutzt etwa jeder Vierte der Gesamtbevölkerung täglich Videos im Netz: Am häufigsten werden Videos über Videoportale wie YouTube angeschaut (10 %), 9 % konsumieren Videos auf Facebook, 6 % nutzen Videostreamingdienste und jeweils 5 % sehen Fernsehsendungen live/zeitversetzt über das Internet bzw. nutzen die Mediatheken der Fernsehsender (Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2017).

Liniendiagramm über die Entwicklung der Videonutzung im Internet

Fernseh- und Onlinevideonutzung im Vergleich

Im Vergleich zum klassischen linearen Fernsehen mit einer täglichen Sehdauer von 238 Minuten in der Gesamtbevölkerung (ab 14 Jahren) werden Onlinevideos in weitaus geringerem Umfang - jedoch mit steigender Tendenz - genutzt. In der Bevölkerung ab 14 Jahren lag 2017 die tägliche Sehdauer von Onlinevideos bei durchschnittlich 21 Minuten (2016: 11 Min.). In der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen werden Onlinevideos am intensivsten genutzt, aber auch hier lag die tägliche Sehdauer mit 59 Minuten (2016: 30 Min.) noch unter der des linearen Fernsehens (2017: 105 Min.; 2016: 119 Min.) (Quellen: AGF/GfK-Fernsehforschung; ARD/ZDF-Onlinestudien).

Säulendiagramm über tägliche Bewegtbilnutzung 2016 bis 2017

Bewegtbildmessung durch die AGF

Im Bereich des linearen Fernsehens bilden die von der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung (AGF) in Kooperation mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhobenen und veröffentlichten Zuschaueranteile (Sehdaueranteile, Marktanteile) die Nutzungsintensität der Programme ab. Für die KEK sind die Zuschaueranteile von zentraler Bedeutung, wenn es um die Beurteilung von „vorherrschender Meinungsmacht“ eines Fernsehveranstalters geht.

Die Zuschaueranteile bilden bislang die TV-Nutzung über Kabel, Satellit, Terrestrik und IPTV ab. Derzeit in den Zuschaueranteilen noch unberücksichtigt ist die Bewegtbildnutzung über das Internet. Allerdings misst die AGF seit einigen Jahren die Onlinevideonutzung in einem separaten von Nielsen betriebenen Panel und veröffentlicht seit Februar 2014 wöchentlich Hitlisten zur Streamingnutzung. Für das Jahr 2018 hat die AGF nun die Ausweisung einer „konvergenten Gesamtreichweite“ - einer kumulierten Reichweite aus TV- und Streaming-Nutzung - angekündigt. Bis Ende 2018 soll auch die Bewegtbildnutzung über mobile Geräte und Smart-TVs in die Gesamtreichweite einfließen.