Nachrichtenmaterial

Bedeutung für die Meinungsvielfalt

Die Rundfunkfreiheit dient der freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung. Diese setzt umfassende und wahrheitsgemäße Information voraus. Monopole im Informationssektor begünstigen die Verbreitung von „uniformen“ Informationen.

Um vorherrschender Meinungsmacht vorzubeugen, bedarf es ausreichender Vorkehrungen gegen Informationsmonopole.

Gefahren für die Meinungsvielfalt können sich u. a. aus einer Konzentration im Bereich der Nachrichtenquellen, der Integration von Nachrichtenagenturen und Fernsehsendern, der Weiterverbreitung vorgefertigter Nachrichtenberichte durch eine Vielzahl von Medien (Content Syndication) und der koordinierten Verwertung von Nachrichtenbeiträgen innerhalb von Sendergruppierungen ergeben.

Die Chance auf plurale Informationsvermittlung ist größer, wenn voneinander unabhängige Unternehmen in diesem Bereich tätig sind.

Fernsehen als Nachrichtenquelle

Dem Fernsehen kommt als einer der Hauptquellen für Informationen über Ereignisse in der Politik und über öffentliche Angelegenheiten ein hohes gesellschaftliches Einflusspotential zu. Laut der aktuellen Studie von TNS Infratest zur „Relevanz der Medien für die Meinungsbildung“ im Rahmen des Medienkonvergenzmonitors der DLM (Link) verfügt das Fernsehen bezogen auf die informierende Nutzung im 1. Halbjahr 2016 mit 35,7 % mit Abstand über das größte „Meinungsbildungsgewicht“ vor dem Internet (22,3 %), Tageszeitungen (20,7 %), , Hörfunk (18,7 %) und Zeitschriften (2,6 %).

Das Meinungsbildungsgewicht wird dabei aus den Tagesreichweiten der informierenden Medien und der Wichtigkeit der Medien aus Nutzersicht, die im Wege einer repräsentativen Befragung der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren ermittelt wurden, berechnet. Das Fernsehen hat nach dieser Untersuchung allerdings seit 2011 deutlich an Gewicht verloren. Die Relevanz des Internets ist dagegen kontinuierlich gestiegen und hat 2015 die Tageszeitungen überholt.

Download

Diagramm Meinungsbildungsgewicht der Medien 2017-05
Hier downloaden

Zuschaueranteile und Reichweiten

Im Bereich der Nachrichten- und Informationssendungen dominieren die öffentlich-rechtlichen Sender. Bei den privaten Vollprogrammen spielen informierende Programmteile, gemessen an der Gesamtsendezeit, eine eher untergeordnete Rolle. Die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender erzielen zudem in der Regel deutlich höhere Reichweiten.

Neben den Nachrichten- und Informationsangeboten der Vollprogramme gibt es verschiedene deutschsprachige Spartenprogramme mit dem Schwerpunkt Information. Zu den Nachrichtensendern zählen – obwohl sie in erheblichem Umfang auch Dokumentationen, Reportagen und Magazine enthalten – die Programme N24 (Axel Springer SE) und n-tv (RTL Group).

Den Nachrichten- und Informationsangeboten der Fernsehsender erwächst im Internet Konkurrenz durch Online-Portale sowie Online-Auftritte von Zeitungen, Zeitschriften und Hörfunksendern. Diese stellen neben Textangeboten zunehmend auch Video-News zum Abruf bereit. Das Internet bietet insbesondere den Vorteil der Aktualität und gewährt dem Nutzer einen schnellen Überblick über die Nachrichtenlage.

Neben der Präsentation von Meldungen durch die einzelnen Medien (Zeitungen, Nachrichtensender etc.) und Agenturen gehören zu den Internetangeboten auch Suchmaschinen sowie Internetportale für journalistische Inhalte und Inhalte, die die Nutzer selbst erstellen und im Netz teilen. Die erfolgreichsten Nachrichtenportale bezogen auf die Anzahl der Visits (inklusive mobile Nutzung) sind Bild.de und Spiegel Online. Neu unter den Top 10 ist die Nachrichten-App „upday“ des  Springer-Verlags für Smartphones von Samsung.

Nachrichtenagenturen

Die Fernsehveranstalter können auf ein breites Angebots an Agenturdiensten und einer Vielzahl möglicher Informationsquellen (Korrespondentennetze, Programmaustauschsysteme, Internet, Archive, Datenbanken etc.) zurückgreifen. Die Nachrichtenagenturen spielen eine besonders wichtige Rolle für die tagesaktuelle Berichterstattung in den Medien, da sie Informationen über aktuelle Ereignisse sammeln und als Text, Bild, Ton und Video für die Medien aufbereiten. Sie entscheiden als Gatekeeper, über welche Ereignisse in welcher Intensität berichtet wird.

Die Nachrichtenagenturen sind von der zunehmenden Konkurrenz durch Informationsangebote im Internet sowie durch rückläufige Auflagenzahlen bei ihren Hauptkunden, den Tageszeitungen, betroffen. Sie versuchen daher, die Betreiber der neuen digitalen Plattformen als Kunden zu gewinnen und entsprechende multimediale Pakete anzubieten. Mit Rücksicht auf den mobilen Nachrichtenkonsum werden verstärkt kurze Nachrichtenbeiträge produziert. Der Markt für deutsche Nachrichtenagenturdienste gilt als hart umkämpft. Marktführer ist die dpa.

Stand: 05/2017

Download

Tabelle Beteiligungsverhältnisse Universalagenturen 2017-05 
Hier downloaden