Headerbild zeigt eine Filmkamera, die mit Blick auf das Fußballfeld in einem Sportstadion positioniert ist.

Sportrechte

 

 

Bedeutung für die Meinungsvielfalt

Die Berichterstattung über Sportereignisse hat nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern erfüllt auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Sportereignisse sind Gegenstand der Meinungsbildung, der Identifikation und der öffentlichen Kommunikation. Im Interesse der Vielfaltsicherung ist daher einer Monopolisierung der Sportberichterstattung bei einem einzelnen Rundfunkveranstalter entgegenzuwirken. Zudem können sich Verflechtungen von Rechteinhabern und Fernsehveranstaltern bzw. Plattformbetreibern (vertikale Konzentration) vielfaltsverengend auswirken. Der Bedeutung der Sportberichterstattung für die Meinungsvielfalt wird durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und gesetzliche Regelungen auf nationaler und europäischer Ebene Rechnung getragen.

Kurzberichterstattungsrecht und Listenregelung für Großereignisse

Berichte über herausragende Sportereignisse gehören nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Information im Sinne des klassischen Rundfunkauftrags: „Die Bedeutung solcher Sportereignisse erschöpft sich nicht in ihrem Unterhaltungswert. Sie erfüllen darüber hinaus eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Der Sport bietet Identifikationsmöglichkeiten im lokalen und nationalen Rahmen und ist Anknüpfungspunkt für eine breite Kommunikation in der Bevölkerung. Eine umfassende Berichterstattung, wie sie von Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG gefordert wird, lässt sich daher unter Verzicht auf Sportereignisse nicht verwirklichen“ (BVerfGE 97, 228, (285 f.) – Kurzberichterstattung). Das Zugangsrecht für Fernsehveranstalter zum Zwecke der Kurzberichterstattung nach § 5 Rundfunkstaatsvertrag (RStV) soll der Sicherung einer unabhängigen Berichterstattung und der Verhinderung von Informationsmonopolen dienen.

Den freien Zugang zu einer Berichterstattung über Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung will auch Art. 14 der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste („AVMD-Richtlinie“) sicherstellen. Sie ermöglicht es den Mitgliedstaaten, eine Liste solcher Ereignisse aufzustellen und somit dafür zu sorgen, dass Sportwettbewerbe trotz zunehmender Pay-TV-Übertragungen im frei empfangbaren Fernsehen ausgestrahlt werden müssen. Von dieser Möglichkeit hat der deutsche Gesetzgeber in § 4 Abs. 1 und Abs. 2 des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) Gebrauch gemacht. Großereignisse, die frei empfangbar ausgestrahlt werden müssen, sind danach

  • Olympische Sommer- und Winterspiele,
  • bei Fußball-Europa- und -Weltmeisterschaften alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie davon unabhängig das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele und das Endspiel,
  • die Halbfinalspiele und das Endspiel um den Vereinspokal des Deutschen Fußball-Bundes,
  • Heim- und Auswärtsspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft sowie
  • Endspiele der europäischen Vereinsmeisterschaften im Fußball (Champions League, UEFA-Cup) bei deutscher Beteiligung.

 

 

Stellenwert für Fernsehveranstalter

Übertragungsrechte an massenattraktiven Sportereignissen sind für Fernsehveranstalter im Wettbewerb um Zuschaueranteile und damit für ihre Marktstellung von großer strategischer Bedeutung. Der wirtschaftliche Wert dieser Rechte ist zudem wegen ihrer Knappheit hoch. Massenattraktive Sportveranstaltungen sind in ihrer Zahl begrenzt und die TV-Rechte daran nur kurzfristig verwertbar. Direktübertragungen bzw. Erstverwertungen sind besonders zuschauerattraktiv; die weitere Verwertung durch Aufzeichnungen und Kurzberichte ist noch während einer begrenzten Zeitspanne von Interesse. Die steigenden Preise vor allem im Bereich der Fußballrechte und die fehlende Refinanzierbarkeit der Kosten im frei empfangbaren Fernsehen haben in der Vergangenheit zur Zurückhaltung der privaten Sender bzw. zur Durchsetzung der gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender in den Bieterverfahren geführt. Nunmehr ist eine weitere Verlagerung hin zur Pay-TV-Ausstrahlung und zu finanzstarken international agierenden Anbietern zu beobachten. So werden seit der Saison 2018/2019 die Spiele der UEFA Champions League nicht mehr zum Teil vom ZDF, sondern –  bis auf ein mögliches Endspiel mit deutscher Beteiligung –  vollständig im Bezahlfernsehen bei Sky und DAZN (ab 2021/2022 bei Amazon Prime und DAZN) übertragen. Der Eurosport-Mutterkonzern Discovery hat den Zuschlag für die Übertragung der Olympischen Spiele bis 2024 erhalten. Er konnte sich dabei gegen ARD und ZDF durchsetzen, die jedoch die Wettkämpfe auf Basis von Sublizenzen ausstrahlen können.

Kurzberichterstattungsrecht und Listenregelung für Großereignisse

Berichte über herausragende Sportereignisse gehören nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Information im Sinne des klassischen Rundfunkauftrags: „Die Bedeutung solcher Sportereignisse erschöpft sich nicht in ihrem Unterhaltungswert. Sie erfüllen darüber hinaus eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Der Sport bietet Identifikationsmöglichkeiten im lokalen und nationalen Rahmen und ist Anknüpfungspunkt für eine breite Kommunikation in der Bevölkerung. Eine umfassende Berichterstattung, wie sie von Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG gefordert wird, lässt sich daher unter Verzicht auf Sportereignisse nicht verwirklichen“ (BVerfGE 97, 228, (285 f.) – Kurzberichterstattung). Das Zugangsrecht für Fernsehveranstalter zum Zwecke der Kurzberichterstattung nach § 5 Rundfunkstaatsvertrag (RStV) soll der Sicherung einer unabhängigen Berichterstattung und der Verhinderung von Informationsmonopolen dienen.

Den freien Zugang zu einer Berichterstattung über Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung will auch Art. 14 der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste („AVMD-Richtlinie“) sicherstellen. Sie ermöglicht es den Mitgliedstaaten, eine Liste solcher Ereignisse aufzustellen und somit dafür zu sorgen, dass Sportwettbewerbe trotz zunehmender Pay-TV-Übertragungen im frei empfangbaren Fernsehen ausgestrahlt werden müssen. Von dieser Möglichkeit hat der deutsche Gesetzgeber in § 4 Abs. 1 und Abs. 2 des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) Gebrauch gemacht. Großereignisse, die frei empfangbar ausgestrahlt werden müssen, sind danach

  • Olympische Sommer- und Winterspiele,
  • bei Fußball-Europa- und -Weltmeisterschaften alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie davon unabhängig das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele und das Endspiel,
  • die Halbfinalspiele und das Endspiel um den Vereinspokal des Deutschen Fußball-Bundes,
  • Heim- und Auswärtsspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft sowie
  • Endspiele der europäischen Vereinsmeisterschaften im Fußball (Champions League, UEFA-Cup) bei deutscher Beteiligung.

Stellenwert für Fernsehveranstalter

Übertragungsrechte an massenattraktiven Sportereignissen sind für Fernsehveranstalter im Wettbewerb um Zuschaueranteile und damit für ihre Marktstellung von großer strategischer Bedeutung. Der wirtschaftliche Wert dieser Rechte ist zudem wegen ihrer Knappheit hoch. Massenattraktive Sportveranstaltungen sind in ihrer Zahl begrenzt und die TV-Rechte daran nur kurzfristig verwertbar. Direktübertragungen bzw. Erstverwertungen sind besonders zuschauerattraktiv; die weitere Verwertung durch Aufzeichnungen und Kurzberichte ist noch während einer begrenzten Zeitspanne von Interesse. Die steigenden Preise vor allem im Bereich der Fußballrechte und die fehlende Refinanzierbarkeit der Kosten im frei empfangbaren Fernsehen haben in der Vergangenheit zur Zurückhaltung der privaten Sender bzw. zur Durchsetzung der gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender in den Bieterverfahren geführt. Nunmehr ist eine weitere Verlagerung hin zur Pay-TV-Ausstrahlung und zu finanzstarken international agierenden Anbietern zu beobachten. So werden seit der Saison 2018/2019 die Spiele der UEFA Champions League nicht mehr zum Teil vom ZDF, sondern –  bis auf ein mögliches Endspiel mit deutscher Beteiligung –  vollständig im Bezahlfernsehen bei Sky und DAZN (ab 2021/2022 bei Amazon Prime und DAZN) übertragen. Der Eurosport-Mutterkonzern Discovery hat den Zuschlag für die Übertragung der Olympischen Spiele bis 2024 erhalten. Er konnte sich dabei gegen ARD und ZDF durchsetzen, die jedoch die Wettkämpfe auf Basis von Sublizenzen ausstrahlen können.

Zuschaueranteile von Sportübertragungen

Live-Übertragungen von Spielen der Fußball-WM und -EM sowie der Fußball Champions League unter Beteiligung deutscher Teams haben generell eine überragende Zuschauerakzeptanz. Dies gilt auch für weitere Fußballübertragungen wie etwa Spiele um den DFB-Pokal sowie EM- oder WM-Qualifikationsspiele. Ebenfalls zuschauerattraktiv, wenn auch mit deutlichem Abstand, sind Übertragungen der Olympischen Sommer- und Winterspiele, Boxwettkämpfe, Rennen der Formel 1 sowie Ski- und Biathlon-Wettbewerbe. Neben den stets populären Sportereignissen, wie Spitzenfußball und Olympischen Spielen, können sich auch Randsportarten zu Magneten für das Fernsehpublikum entwickeln. Zurückzuführen ist dies nicht nur auf die Teilnahme erfolgreicher deutscher Sportler, sondern auch auf die jeweilige Fernsehinszenierung als „Event“. Von den 50 meistgesehenen Sendungen waren im Jahr 2018 rund 70 % Fußballübertragungen. Den Spitzenwert erreichte mit 27,5 Mio. Zuschauern das Spiel Deutschland – Schweden bei der Fußball-WM 2018.

Die 50 meistgesehenen Sendungen 2018 (Zuschauer in Mio.)

Außer-Haus-Nutzung („Public Viewing“)

Die tatsächlich erreichten Zuschauerwerte der Fußballübertragungen dürften noch deutlich höher liegen als die von der AGF ausgewiesenen: Die AGF ermittelt zwar die Fernsehnutzung durch Gäste; nicht erfasst werden jedoch die zahlreichen Zuschauer, die die WM-Spiele außerhalb ihres Haushalts in Gaststätten, auf Großbildleinwänden bei öffentlichen Veranstaltungen etc. im sog. „Public Viewing“ verfolgen. Für die WM 2018 wurden von der ZDF-Medienforschung im Wege repräsentativer Umfragen Kontaktwerte für die Außer-Haus-Nutzung ermittelt. Danach erreichte die Begegnung Deutschland – Schweden den höchsten Wert mit 7,21 Mio. Public-Viewing-Zuschauern (Media Perspektiven 10/2018).

Wechselseitige Beziehungen von Sport und Fernsehen

Zwischen Spitzensport und Fernsehen bestehen enge wechselseitige Beziehungen und Abhängigkeiten. Eine Fernsehübertragung fördert die öffentliche Bekanntheit und gewährleistet das Sponsoreninteresse. Daher ist das Fernsehen zur wichtigsten Einnahmequelle des Profisports geworden. Umgekehrt dienen die Sportinhalte insbesondere dem Pay-TV und neuen Plattformen als Zugpferd. Sie werden auch zur Einführung technischer Entwicklungen wie 3D, Ultra HD und Virtual Reality eingesetzt.

Sportangebote im Fernsehen und neue Player

Zwar wächst auch das Angebot an Abruf-Angeboten im Sportsegment, zentrales Medium für die Zuschauer und für Vereine und Verbände ist jedoch weiterhin das lineare Fernsehen. Im Zuge der Digitalisierung hat die Anzahl von Sportspartenprogrammen und -angeboten, insbesondere von Web-TV-Kanälen mit Live-Übertragungen (Streaming) von Sportereignissen, stark zugenommen. Einen Überblick über die in Deutschland lizenzierten Sportspartenprogramme gibt die KEK-Mediendatenbank. Hier sind vor allem die bezahlpflichtigen, eine Vielzahl attraktiver Sportarten abdeckenden Angebote von Sky (Comcast), DAZN (Perform Group), Eurosport (Discovery) und Sport1 zu nennen. Daneben haben sich Sportplattformen auf einzelne Sportarten oder ein breiteres Spektrum von Randsportarten spezialisiert (z. B. MyTeam TV, ranFIGHTING, Sportdeutschland.TV). Auch die großen Internet- und Telekommunikationskonzerne setzen verstärkt auf Sport-Inhalte, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, ihren Kundenstamm zu vergrößern und Kundendaten zu sammeln. In Deutschland haben sich die Deutsche Telekom mit sämtlichen Partien der Fußball-EM 2024 und Amazon mit den Live-Übertragungsrechten der Dienstagsspiele der UEFA Champions League ab der Saison 2021/2022 wichtige Sportrechte gesichert.

Wichtigste Sportrechte und Anbieter im bundesweiten Fernsehen

Wettbewerb um Sportrechte

Der Sportrechtemarkt ist im Hinblick auf die zuschauerattraktivsten Sportarten von einer intensiven Konkurrenzsituation geprägt. Dies gilt insbesondere für den zumindest in Europa und speziell in Deutschland mit Abstand lukrativsten Bereich, den Erwerb von Fußballrechten. Die Konkurrenz unter den Veranstaltern und neuen Akteuren wie Online-Plattformen und Telekommunikationsunternehmen hat sich weiter verschärft und zu einem Anstieg der Preise geführt. Es sind jedoch auch verstärkt Kooperationen zu verzeichnen, die die effiziente Auswertung der Sportrechte auf allen Plattformen und damit auch die Refinanzierung der steigenden Rechtepreise sicherstellen sollen. 

Medienkooperationen im Sportsektor in Deutschland

Quelle: Unternehmensangaben, Medienberichte, KEK

Verflechtungen von Rechteinhabern-, Agenturen und Veranstaltern

Der Wettbewerb hinsichtlich des Vertriebs und des Erwerbs von Sportrechten zeichnet sich durch einige wenige mächtige Teilnehmer auf allen Ebenen der Angebotskette aus: An der Spitze der Wertschöpfungskette stehen die anfänglichen Inhaber von Zugangsrechten zu Sportveranstaltungen. Dies sind für gewöhnlich Sportverbände oder Vereine, oft zentral vertreten durch Verbände und Ligen, die die Medienrechte für Sportveranstaltungen an Sportrechtezwischenhändler, wie Sportrechteagenturen oder die European Broadcasting Union (EBU), oder direkt an die Nachfrager wie Rundfunkveranstalter oder Plattformbetreiber verkaufen. Entwicklungen auf dem Markt für Sportübertragungsrechte sind auch aufgrund der besonderen Gefahren im Falle vertikaler Konzentration zwischen den Inhabern dieser Rechte und den Fernsehveranstaltern von Bedeutung (BVerfGE 95, 163 (173) – DSF). Zum Teil betätigen sich die Rechteinhaber selbst als Veranstalter (z. B. DFB-TV). Anders herum können sich Medienkonzerne den Zugriff auf Übertragungsrechte durch Beteiligung an Sportveranstaltern sichern (z. B. Beteiligung der Liberty Media Corporation an der Rennserie Formel 1).

Die Einschaltung von Agenturen bei der Rechtevermarktung hat für Sportvereine den Vorteil, dass diese über spezielle Netzwerke und ein besonderes Know-How bei der Gesamtvermarktung verfügen. Dem stehen die Gefahr der Abhängigkeit von den Vermarktern und der hohe Kostenfaktor gegenüber. Mittlerweile vermarkten einige große Verbände ihre Medienrechte selbst. Zum Beispiel führt die DFL für den DFB die Vermarktung ihrer TV-Rechte der Fußball Bundesliga selbst durch. Die Vermarktung internationaler Wettbewerbe wird dagegen häufig Sportrechteagenturen übertragen, die die TV-Rechte in einer Vielzahl von Märkten vermarkten. So hat die UEFA mit der Vermarktung ihrer Nationalmannschaftswettbewerbe die Agentur CAA Eleven betraut. Die Rechte für die UEFA Champions League und Die UEFA Europa League werden von der Sportrechteagentur TEAM vermarktet. Von den Sportrechteagenturen, die auch mediale Rechte in Deutschland vermarkten, sind nur SportA und EBU (ARD, ZDF) sowie die TEAM-Gruppe (Sport1 über die Highlight Communications AG) mit Veranstaltern von bundesweitem Fernsehen verbunden. Die Lagardère Group hält eine deutsche Lizenz für ein Internetspartenangebot, das ausschließlich Sport-Livestreams beinhaltet (noch nicht auf Sendung).

Eine ausführliche Darstellung des Sportrechtemarkts enthält der sechste Medienkonzentrationsbericht der KEK.

 



Stand: 2020-02